Thaden
“Der Boden ist sandigt, mit Lehm vermischt; ein Theil ist moorigt…” so heißt es in einer Dorfbeschreibung von Thaden aus dem Jahre 1856. Und tatsächlich: Das Gemeindegebiet breitet sich auf der sandigen, mittelholsteinischen Geest aus, der fruchtbare Lehm sorgt für reiche Erträge in der Landwirtschaft. Und es gibt moorige Feuchtgebiete, die seitdem allerdings größtenteils trockengelegt wurden. Der Wald- und Wasserreichtum wurde damals nicht erwähnt, dabei charakterisiert er die Gemeinde bis heute. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten 170 Jahren kaum erhöht, heute leben in Thaden etwa 250 Menschen, 1856 waren es 210.
Der dörfliche Charakter dieses Ortes unweit des Nord-Ostsee-Kanals hat sich erhalten, aber manche Bewohner pendeln zur Arbeit nach Hanerau-Hademarschen, das sich direkt nördlich anschließt. Oder sie nutzen die gute Verkehrsanbindung nach Heide, Neumünster, Rendsburg oder gar Hamburg, die Autobahn A23 ist ganz nah. Erstmals erwähnt wurde Thaden 1576. In den Quellen wird vermerkt, dass die Bauern damals Getreide an die Kirche in Schenefeld liefern mussten. Gemessen wurde die Menge bis ins 19. Jahrhundert mit einem Zuber namens Himpten, der heute golden auf dem Thadener Wappen prangt. Es war ganz bestimmt kein leichtes Leben in den paar Bauernkaten, die nahe der Hanerau standen und heute stattlichen Häusern Platz gemacht haben. Als kleiner Bach fließt sie durch die Gemeinde, bevor sie weitere Gewässer wie die aus der Thadener Feldmark kommende Postbek aufnimmt und größer wird.
Auf dem sehr schönen, durch die Farbe Grün bestimmten Wappen sieht man drei Buchen, die auf einem Grabhügel wachsen. Gleich vier Großsteingräber aus grauer Vorzeit können Sie in einem Waldstück unweit der Jarsdorfer Straße sehen. In einem Sagenbuch von 1845 werden die Thadener als eine Art Schildbürger bezeichnet: Als sie einen Frosch fanden, der sich vor Schreck aufblähte, holten sie den Bauernvogt zu Rate und der rief in wunderbarem Platt: „Lüüd, hier bün ick würklich in Twievel; wenn dat keen Hartbock ist, so mutt dat een Töttelduuv ween.“ Übersetzt heißt das ungefähr: “Leute, hier bin ich wirklich im Zweifel. Wenn das kein Hirsch ist, dann muss das wohl eine Turteltaube sein”...
Aber genug der alten Geschichten. Heute ist Thaden eine junge Gemeinde, mit einem schönen Freibad in Ortsteil Batz. Sogar die Hanerau-Hademarscher kommen hierher. Es gibt einen Tierarzt für Großtiere, einen Zottelhof mit süßen Alpakas, ein Dorfgemeinschaftshaus und vor allem viel Natur. Entdecken Sie auf Wanderungen oder Radtouren die Schönheiten von Thaden, die Wälder, Wiesen, Flusslandschaften und Felder. Sie werden es nicht bereuen.


