Jahrsdorf
Um die 975 Jahre auf dem Buckel hat die kleine Gemeinde Jahrsdorf am südlichen Rand des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Erstmals erwähnt wurde das Dorf 1149 als “Geresthorp”. Es wird im Zusammenhang mit einem Adligen namens Gottschalk von Geresthorp genannt. Heute ist Jahrsdorf mit seinen etwa 230 Einwohnern so klein, dass es nicht mal ein Wappen hat. Und doch gibt es über das Dorf so einiges zu erzählen. Zum Beispiel wurden hier mehrere Großstein- und Hügelgräber nachgewiesen, die bezeugen, dass schon während der Bronzezeit hier Menschen gelebt haben.
Der Ort blieb ohne Kirche, wird jedoch von einem 52 Meter hohen Berg namens “Kirchenbalken” überragt. Denn das Waldgebiet auf dem auch “Jarschenberg” genannten Hügel gehörte einst der Kirche des nahegelegenen Hohenwestedt. Ob vom Gipfel manchmal Donner grollte, ist nicht überliefert. Heimatforscher behaupten jedenfalls, dass dort oben das Goding, ein hohes Thing-Gericht der sagenumwobenen Holsten stattgefunden haben soll.
Als größter Bodenschatz der Gemeinde gilt das Grundwasser, so schrieb ein Lehrer aus der Nachbarschaft im Jahre 1964. Und er hatte recht: Am Jettmoor bei Nienjahn, einem Jahrsdorfer Ortsteil, entspringt die Buckener Au. Und auch der Ursprung der Wapelfelder Au sprudelt auf dem Gemeindegebiet. Eine schöne ländliche Umgebung ist das große Plus des Dorfes, in dem noch ein Stück der traditionellen Weißdornhecke erhalten ist. Anlässlich des Kriegsendes von 1870/71 wurden beim Ehrenmal Eichen gepflanzt, die bis heute bewundert werden können. Auch der alte Apfelgarten an der Dorfstraße existiert bis heute und erinnert an die rein landwirtschaftliche Vergangenheit von Jahrsdorf. Am Quellengrund steht ein über 100 Jahre alter Bauernhof unter Denkmalschutz. Auch ein ehemaliges Schulgebäude von 1856, das heute Wohnhaus ist, gibt es am Ort,
Als zentrale Verkehrsverbindung alter Zeit galt der Ochsenweg, der über den Jarschenberg verlief. Doch auch moderne Verbindungsstraßen kreuzen den Ort: Auf dem Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 77 zwischen Itzehoe und Rendsburg. In Jahrsdorf gibt es verschiedene Vereine, die gemeinsam ein Dorfgemeinschaftshaus nutzen. Bürgersteige, die hochgeklappt werden könnten, gibt’s in Jahrsdorf dagegen keine. Dafür viel Ruhe, ländliches Flair und Zeit zum Ausspannen.


