Nindorf
Wenn Steine sprechen könnten, hätten sie in Nindorf so manches zu erzählen: Sie würden von der Eiszeit sprechen, und dass sie aus weit entfernten Gegenden durch Gletscher hierher verschoben wurden. Die Menschen machten sich dann ihren eigenen Reim aus den Findlingen: Ein Stein soll durch einen Riesen nach Nindorf geworfen worden sein, der eigentlich die Nortorfer Kirche treffen wollte. So steht es in der 100 Jahre alten Sammlung “Amt Rendsborger Sagen”. Nindorf selbst ist ein “neues Dorf”, so heißt der Ortsname übersetzt. Aber eigentlich reicht seine Geschichte sehr weit zurück, denn die Siedlung gehört zu den holsteinischen Urdörfern: Spuren von 25 Hünengräbern aus der jüngeren Bronzezeit haben sich erhalten.
Auch Hinterlassenschaften aus der Eisen- und Völkerwanderungszeit wurden im Boden gefunden. Also warum “neues Dorf”? Weil der Ort bei Kämpfen zwischen Wenden und Holsten zerstört und um 1000 n.Chr. als Angerdorf neu aufgebaut wurde. Im Norden des Naturparks Aukrug gelegen, erstreckt sich die Siedlung am Nordhang des Nindorfer Höhenzugs. Dieser Geestrücken erhebt sich bis zu 84 m über dem Meeresspiegel. Bewaldet, von Ackerflächen oder Feldern durchzogen, entspringen von dieser Wasserscheide fünf Quellen in der Gemeinde. Dies spiegelt sich im Nindorfer Wappen mit seinem goldgelben Dreieck über grünem Grund wider.
Herrliche Wanderwege erschließen die Wald- und Wiesenlandschaften rund um den Ort, zu denen auch die Natura-2000-Schutzgebiete “Haaler Au” und die “Wälder der nördlichen Itzehoer Geest" gehören. So können Sie auf dem Nindorfer Höhenwanderweg die ländliche Stille genießen und kommen dabei an einer stattlichen Eiche vorbei. Ein besonderes Highlight ist das Informationszentrum zur artesischen Kimberquelle, deren frisches Quellwasser als “gut2” von Menschen mit Behinderungen abgefüllt wird. Die lohnenswerten Wanderungen beginnen am Dörpshuus (Dorfgemeinschaftshaus), das auch der Kita “Lütte Lüütt" als Obdach dient. Es lohnt sich, im Ortskern die alten Bauernhöfe zu bestaunen und durch den liebevoll gestalteten Bürgerpark zu flanieren.
Eine Doppeleiche erinnert an die lange, im Dunkel der Zeit verborgene Geschichte des Ortes. Darüber können Sie sinnieren, wenn Sie auf dem Festplatz vom örtlichen Kyffhäuserbund die findlinggroßen Steine betrachten. Hier stehen nicht nur eine wunderschöne reetgedeckte Schutzhütte, sondern auch Tische und Bänke. Ein idealer Platz, um die im örtlichen Bio-Hofladen erworbenen hochwertigen Speisen zu verzehren. Kein Wunder, dass die Gemeinde schon mehrmals beim Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” ausgezeichnet wurde. Übrigens gibt es im Ort auch ein Meditationszentrum zum Diamantweg-Buddhismus. Nindorf mit seinen 620 Einwohnern liegt knapp 7 km nordöstlich von Hohenwestedt und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.


