Oldenbüttel
Oldenbüttel wurde vor über 120 Jahren zweigeteilt, denn der 1895 eröffnete Nord-Ostsee-Kanal durchschneidet seitdem die Gemeinde. Die bis heute verkehrende Kanalfähre verbindet die Ortsteile und ist ein beeindruckendes Erlebnis für Einheimische wie für Besucher. Sie bietet Momente, um innezuhalten und den Blick übers Wasser gleiten zu lassen. Und so ist der NOK für die etwa 260 Bewohner viel mehr Segen als Fluch, denn einerseits verkörpert er das Tor zur Welt, und andererseits bringt er auf den Routen entlang des Kanals Menschen hierher, die ansonsten von der Existenz des Ortes nie etwas erfahren würden.
Doch des Wassers nicht genug: Nach dem Bau des großen Kanals teilte dieser auch das Flüsschen Gieselau. 1937 wurde als Ersatz für die Rendsburger Schleuse der 2,8 km lange Gieselaukanal eröffnet, der den NOK Richtung Norden mit der Eider verbindet. Bis heute von der Freizeitschifffahrt und von Sportbooten genutzt, ist die 65 m lange und 9 m breite Gieselau-Schleuse ein faszinierendes Technikdenkmal, das die unterschiedlichen Wasserstände von NOK und Eider ausgleicht. Zahlreiche Liegeplätze für Segel- und Sportboote sind vor Ort vorhanden. Die Gieselau selbst mäandert dagegen gemächlich vor sich hin und bildet die nordwestliche Grenze des Gemeindegebiets, bevor sie in die Eider mündet.
Nördlich des Kanals liegt der Ortsteil Bokelhoop, während sich südlich der Wasserstraße das eigentliche Dorf Oldenbüttel mit seinem Ortsteil Bokhorst erstreckt. Der Begriff “Büttel” ist viele Jahrhunderte alt und stammt aus dem Niederdeutschen. Er bedeutet ungefähr “Siedlung” oder “Haus und Hof”. Das Wappen wird vom Bild einer Kettenfähre geziert, die bis 1990 in Betrieb war. Ruhige Dorfstraßen laden in Oldenbüttel zu einem Spaziergang ein. Ein Gasthaus sorgt mit wohlschmeckenden Speisen für das leibliche Wohl.
Am NOK können Sie Pötte kieken, Radfahren, Spazierengehen oder Angeln. Eine Besonderheit ist der barrierefreie Angelplatz. Landwirtschaft, Natur und Wasser, das sind die drei Säulen von Oldenbüttel. Nahe des Kanals mit seiner Weiche haben sich ehemalige Spülfelder erhalten, die sich zu wertvollen Biotopen entwickelt haben. Sie sind mehr als nur einen Blick mit dem Fernglas wert. Und auch sonst lohnt es sich, in der schönen Landschaft im Eiderflussgebiet auf Entdeckungstour zu gehen. Hanerau-Hademarschen ist als nächster größerer Ort nur 7 km entfernt.


