Die Tour auf einen Blick
📍 Start: Bokel bei Rendsburg, Alter Bahnhof
🏁 Ziel: Bahnhof Felde
🥾 Dauer: 2 Tage
📍🏁 Gesamtlänge: ca. 34 km, ca. 28 km bei Übernachtung im Camping-Ferienpark Brahmsee oder im Gasthof zur Linde
1️⃣ Etappe 1: Bokel bis Trekkingplatz Olendieksau, ca. 12 km; bis Camping-Ferienpark Brahmsee ca. 9 km; bis Gasthof zur Linde in Warder ca. 6 km
2️⃣ Etappe 2: Trekkingplatz Olendieksau bis Bahnhof Felde, ca. 22 km; ab Camping-Ferienpark Brahmsee ca. 19 km; ab Gasthof zur Linde ca. 22 km
⛺ Übernachtung: Trekkingplatz Olendieksau bei Langwedel
🚌 An- und Abreise: mit Bus und Bahn ab Kiel ca. 1,5 Stunden; ab Hamburg ca. 1,5 bis 2 Stunden
🧭 Navigation: Der Naturparkwanderweg ist durchgehend mit gelben Pfeilen ausgeschildert. Zusätzlich stehen GPX-Daten für den gesamten Weg sowie die einzelnen Abschnitte in den Naturparken zum Download bereit.
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Tag 1
Mit Bus, Rucksack und Zelt ins Mikroabenteuer
Los geht es ganz unkompliziert und ohne Auto. Von Kiel fahren wir mit Bus und Bahn über Nortorf nach Bokel. Am Alten Bahnhof Bokel beginnt unsere Tour.
Die ersten Meter führen noch über Asphalt, doch schon bald wird daraus ein richtiger Wanderpfad. Vorbei an typisch norddeutschen Backsteinhäusern und kleinen Selbstbedienungsständen mit regionalem Honig oder Kartoffeln lassen wir den Ort hinter uns. Die Landschaft öffnet sich und Felder, Knicks und schattenspendende Bäume bestimmen den Weg. Was uns schnell auffällt: Es ist erstaunlich ruhig. Andere Wandernde begegnen uns kaum. Hin und wieder kreuzen Spaziergänger oder Radfahrende unseren Weg, ansonsten haben wir die Wege heute fast für uns allein.
Einfach dem Naturparkwanderweg folgen
Groß mit der Navigation beschäftigen müssen wir uns nicht, denn der Naturparkwanderweg ist lückenlos ausgeschildert. Wer trotzdem digital navigieren möchte, findet für den gesamten Naturparkwanderweg sowie für die einzelnen Abschnitte in den Naturparken GPX-Daten zum Herunterladen. So lässt sich die Route vorab ganz einfach auf das Smartphone oder GPS-Gerät laden. Der Naturparkwanderweg selbst ist deutlich länger als unsere Zweitagestour: Auf rund 180 Kilometern verbindet er die vier Naturparke Schlei, Hüttener Berge, Westensee und Aukrug. Wer nicht die gesamte Strecke wandern möchte, kann sich, wie wir, einzelne Abschnitte herauspicken und daraus ein eigenes kleines Mikroabenteuer machen.
Schließlich erreichen wir die Arche Warder mit Besucherzentrum Domesticaneum. Der Tier- und Landschaftspark setzt sich für den Erhalt alter und seltener Haus- und Nutztierrassen ein und ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein beliebtes Ausflugsziel für Groß und Klein in Mittelholstein. Wer die Wanderung mit einem Besuch verbinden möchte, sollte Zeit einplanen und früh genug vor Ort sein. Für uns führt der Weg an diesem Tag ohne einen Besuch weiter.
Übernachten mitten in der Natur
Nach ein paar weiteren Kilometern durch die Seenlandschaft rund um Langwedel geht es durch Lokis "Urwald" am Brahmsee. Auf dem ehemaligen Acker ließ Loki Schmidt seit 1976 die Natur weitgehend sich selbst überlassen und es entwickelte sich ein dichter, Laubwald, der wertvolle Einblicke in die Eigendynamik der Natur liefert. Vorbei an den weitläufigen Weideflächen kommen wir nach insgesamt rund zwölf Kilometern an unserem Schlafplatz an. Der Trekkingplatz Olendieksau gehört zum Netzwerk „Wildes Schleswig-Holstein“. Rund 30 solcher Trekkingplätze gibt es mittlerweile im Land. Sie bieten Wandernden oder Radfahrenden ausgewiesene Flächen, auf denen sie für eine Nacht ihr Zelt aufschlagen dürfen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Trekkingplatz bietet genügend ebene Fläche für ein bis drei Zelte sowie genügend Bänke und Tische. Mit etwas Glück gibt es sogar tierische Nachbarn. Direkt am Trekkingplatz grenzen weitläufige Weideflächen an, auf denen Heckrinder und Konik-Wildpferde unterwegs sind.
Nachdem das Zelt steht und das Abendessen gegessen ist, bleibt noch Zeit, den Sonnenuntergang zu genießen. Ganz still wird es in der Nacht allerdings nicht. Die nahe Autobahn sorgt für ein gleichmäßiges Brummen im Hintergrund. Wer bei einer Trekkingübernachtung vollkommene Stille erwartet, sollte das wissen. Das Naturerlebnis schmälert es für uns trotzdem kaum, schließlich liegen wir mitten im Grünen. Und mit etwas Fantasie lässt sich das konstante Rauschen sogar fast mit dem Geräusch von Wasser verwechseln.
Wer auf das Zelten in der Natur verzichten und lieber etwas mehr Infrastruktur haben möchte, kann alternativ auf den Camping-Ferienpark Brahmsee ausweichen. Wer lieber ein festes Dach über dem Kopf und eine Dusche möchte, findet mit dem Gasthof zur Linde in Warder eine weitere Alternative. Beide Varianten verkürzen zugleich den für uns notwendigen Abstecher vom Naturparkwanderweg.
Tag 2
Langwedel und ein Blick in vergangene Schulzeiten
Unsere Route an Tag zwei führt uns zunächst zurück in das an diesem Sonntagmorgen noch sehr beschauliche Langwedel. Am Friedhof füllen wir unsere Wasservorräte auf, bevor wir an der Schoolkat Langwedel vorbeikommen. Das reetgedeckte Gebäude stammt aus dem Jahr 1764 und zählt zu den ältesten Gebäuden des Ortes. Heute befindet sich darin ein Dorfmuseum, das an die frühere Schulzeit und das ländliche Leben erinnert. Wer die Schoolkat von innen kennenlernen möchte, sollte vorab einen Blick auf die Öffnungszeiten werfen. Beim Gut Manhagen stoßen wir zurück auf den Naturparkwanderweg. Ziegen und Kühe liegen auf den Weiden, Vögel zwitschern munter und Rehe hüpfen über die Felder, eine Ricke und ihr Kitz kreuzen sogar direkt unseren Wanderweg.
Für die Frühstückspause reicht eine einfache Bank am Straßenrand. Kaum haben wir uns hingesetzt und sind am Essen, hält ein Auto neben uns. Es entwickelt sich schnell ein Gespräch über unsere Wanderung, die Trekkingplätze in der Region und gleich noch ein paar Tipps für den nächsten Besuch. Genau solche ungeplanten Begegnungen gehören zu den Dingen, die nach einer Tour im Gedächtnis bleiben. Kurz darauf entdecken wir am Straßenrand wieder einen kleinen Honigverkauf und ein Glas regionaler Blütenhonig wandert als schweres, aber lohnendes Souvenir in den Rucksack.
In Groß Vollstedt hoffen wir auf eine weitere kleine Stärkung und freuen uns zunächst über den dortigen 24/7-Supermarkt “Tante Enso”. Ein Erfrischungsgetränk und etwas Obst wären bei rund 30 Grad jetzt genau das Richtige. Vor Ort folgt allerdings die Ernüchterung: Für den Zutritt ist eine digitale Zugangskarte nötig, deren Freischaltung mindestens 24 Stunden vorher beantragt werden muss. Für spontane Wandernde wichtig zu wissen.
Rein in den Westensee für eine kühle Erfrischung
Dann wartet der Westensee auf uns. An der Gemeindebadestelle im Ort Westensee heißt es Schuhe aus, Badesachen an und rein ins Wasser. Nach einem langen Wandertag gibt es kaum etwas Besseres als einen Sprung in den See. Wer möchte, kann hier auch einkehren. Für uns gibt es je ein PACKEIS. Das Eis am Stiel aus der Region ist genau die richtige Stärkung für die letzten Kilometer. Von Westensee führt unsere Tour schließlich weiter bis zum Bahnhof in Felde, wo unser Mikroabenteuer endet. Wer nach der Wanderung Zeit und Hunger hat, kann direkt am Bahnhof im Café Noosh einkehren. Für uns geht es direkt in den Zug zurück nach Kiel und keine 20 Minuten später sind wir wieder mitten in der Stadt.
Und genau darin liegt für uns der Reiz dieses Mikroabenteuers: Zwei Tage lang waren wir zu Fuß zwischen kleinen Dörfern, Feldern, Wald und Seen unterwegs, haben draußen geschlafen, Rehe beobachtet und uns im Westensee abgekühlt. Und trotzdem waren weder eine lange Anreise noch ein großer Urlaub dafür nötig. Mittelholstein zeigte uns dabei seine vielleicht typischste Seite: nicht laut oder spektakulär, sondern grün, abwechslungsreich und voller kleiner Entdeckungen, die erst auffallen, wenn man sich die Zeit nimmt, zu Fuß unterwegs zu sein.
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Einkehr und Versorgung unterwegs
Bitte vor der Tour die aktuellen Öffnungszeiten prüfen. Gerade in den kleineren Orten können Öffnungstage und -zeiten variieren.
• Warder: Restaurant Zum Assmus, Seeblick Imbiss
• Langwedel: Gaststätte Sportheim
• Groß Vollstedt: Landgasthof Groß Vollstedt, Tante Enso 24/7-Supermarkt; für Tante Enso muss die Zugangskarte mindestens 24 Stunden vorher beantragt werden
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Hier lohnt sich ein Zwischenstopp
• Badestellen am Wardersee, Brahmseee (nördliches Ufer) oder Brahmsee (östliches Ufer)
• Arche Warder mit Besucherzentrum Domesticaneum
• Trekkingplatz Olendieksau
•Schoolkat Langwedel
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Der Naturparkwanderweg
Der Naturparkwanderweg verbindet auf rund 180 Kilometern vier der Naturparke Schleswig-Holsteins miteinander. Von Maasholm im Naturpark Schlei führt die Route durch die Hüttener Berge und den Naturpark Westensee bis nach Brokstedt im Naturpark Aukrug. Gelbe Pfeile weisen in beide Laufrichtungen den Weg. Neben längeren Etappen lässt sich der Weg auch abschnittsweise entdecken und eignet sich damit bestens für kürzere Wanderungen und Mikroabenteuer. Auf der Website des Naturparkwanderwegs gibt es neben Informationen zu den Naturparken und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke auch einen Wanderführer und die GPX-Daten für die gesamte Route sowie die einzelnen Naturparkabschnitte.




















